Beförderungsbedingungen

Odenwälder Verkehrsbetriebe GmbH

Beförderungsbedingungen sind Bestandteil des Beförderungsvertrages, die mit dem Kauf einer Fahrkarte anerkannt werden. Unterschieden wird zwischen den Allgemeinen und den Besonderen Beförderungsbedingungen.

Die Allgemeine Beförderungsbedingungen sind vom Bundesverkehrsministerium durch Rechtsverordnung erlassen und gelten einheitlich für den Straßenbahn- und Obusverkehr sowie den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen. Es gilt die Verordnung vom 27.2.1970 (BGBl I S. 230), zuletzt geändert durch Art. 1 der Verordnung zur Änderung von Vorschriften über das erhöhte Beförderungsentgelt v. 21.5.2015 (BGBl I S. 782).

Als Besondere Beförderungsbedingungen nach § 39 Abs. 6 und 7 PBefG hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) „Gemeinsame Beförderungsbedingungen und Tarifbestimmungen“ mit Gültigkeit für die einbezogenen Verkehrsmittel beschlossen, die zusätzlich oder abweichend zu den Allgemeinen Beförderungsmitteln gelten. Die jeweils gültige Fassung ist auf der Homepage des Verkehrsverbundes unter www.rmv.de abrufbar.
Zusätzlich gelten - abweichend oder ergänzend - die nachstehenden Besonderen Beförderungs-bedingungen und Tarifbestimmungen für das ÖPNV-Verkehrsgebiet des Odenwaldkreises.

A.    Besondere Beförderungsbedingungen für flexible Bedienungsformen und Gruppenfahrten

1.    Geltungsbereich

1.1    ÖPNV-Verkehrsleistungen werden im Odenwaldkreis auch in Form so genannter flexibler Bedienungsformen angeboten. Flexible Bedienungsformen des ÖPNV sind dadurch gekennzeichnet, dass sie räumlich und / oder zeitlich nicht an starre Fahrpläne gebunden sein müssen und sich somit stärker am individuellen Bedarf der Fahrgäste orientieren können. Sie verkehren grundsätzlich nur nach Voranmeldung.

1.2    Auch die flexiblen Bedienungsformen im Odenwaldkreis sind als öffentlicher Personennahverkehr nach § 8 Abs. 1 und 2 PBefG Teil des RMV-Verbundverkehrs. Es gelten die Gemeinsamen Beförderungsbedingungen und Tarifbestimmungen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) in ihrer jeweils gültigen Fassung. Abweichende oder ergänzende Regelungen für flexible Bedienungsformen im ÖPNV-Verkehrsgebiet des Odenwaldkreises ergeben sich aus den hier vorliegenden Bestimmungen.  

1.3    Flexible ÖPNV-Bedienungsformen im Odenwaldkreis werden in „RufBus“-Fahrten und „taxOMobil-Fahrten“ unterschieden:

a.    Bei „RufBus“-Fahrten handelt es sich um einen in wesentlichen Teilen fahrplangebundenen Linienverkehr zur Sicherung einer ÖPNV-Grundversorgung.
 
b.    Bei „taxOMobil“-Fahrten handelt es sich um eine besondere Art von Taxi-Fahrten, die zur Erfüllung der Mobilitätsgarantie nach Kapitel 3.4 angeboten werden und die den Linienverkehr ergänzen und verdichten (s. Kapitel 2 „Merkmale von TaxOMobil-Fahrten“).

1.4    Sofern nicht anders festgelegt, gelten die nachfolgenden Bestimmungen sowohl für RufBus-Fahrten als auch für taxOMobil-Fahrten.

1.5    Ansprechpartner des Kunden für alle ÖPNV-Angebote im Odenwaldkreis ist die Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH, Hulster Straße 2, 64720 Michelstadt.
Kontakt:     Tel. 06061 97 99 88;
E-Mail: mobiz@odenwaldmobil.de
Alle Mobilitätsangebote sind unter www.odenwaldmobil.de veröffentlicht.
     
1.6    RufBus- und taxOMobil-Fahrten werden von der OREG lediglich vermittelt. Die OREG erbringt diese Beförderungsleistungen nicht selbst. Sie ist deshalb im Beförderungsverhältnis nicht Vertragspartnerin des Kunden. Insoweit ist Kundenvertragspartner das jeweilige Verkehrsunternehmen, das mit der Beförderungsleistung beauftragt ist. Der Beförderungsvertrag kommt mit dem Kauf einer Fahrkarte bzw. mit der abgeschlossenen Buchung einer Fahrt zustande.

 

2.    Merkmale von taxOMobil-Fahrten

2.1    taxOMobil-Fahrten werden nur auf den einbezogenen Fahrwegrelationen zwischen Ortschaften und Zentren des Odenwaldkreises und nur innerhalb eines Bedienungszeitraums angeboten (s. Ziff.3.4.1 „Mobilitätsgarantie“). Die maßgebenden Relationen und Angebotszeiträume können auf der Homepage der OREG unter www.odenwaldmobil.de  eingesehen werden.

2.2    taxOMobil-Fahrten werden grundsätzlich zu der vom Fahrgast gewünschten Abfahrtszeit innerhalb des jeweiligen Angebotszeitraums angeboten. Allerdings kann der frühestmögliche Abfahrtszeitpunkt einer neu angemeldeten taxOMobil-Fahrt aufgrund der einzuhaltenden Voranmeldezeit immer erst eine Stunde nach der jeweils aktuellen Uhrzeit liegen.  

2.3    taxOMobil-Fahrten erfolgen grundsätzlich adressgenau (von Haustür zu Haustür). Bei Gruppen größer acht Personen ist eine Beförderung nur von Haltestelle zu Haltestelle möglich.

2.4    taxOMobil-Fahrten können vom Fahrgast entweder als „exklusive taxOMobil-Fahrt“ oder als „bündelbare taxOMobil-Fahrt“ angemeldet werden.

2.5    Die Anmeldung einer exklusiven taxOMobil-Fahrt ist nur möglich, wenn keine weiteren Personen (Ausnahme: Begleitperson für Schwerbehinderte) mit angemeldet werden.

2.6    Exklusive taxOMobil-Fahrten sind vom Rabattsystem inkl. Sponsorenrabatten nach kapitel 8 ausgeschlossen.

2.7    Entscheidet sich der Fahrgast für eine exklusive taxOMobil-Fahrt, ist die Zubuchung weiterer Fahrgäste ausgeschlossen, und die Fahrt findet auf dem direkten Weg von Start- zum Zielort statt.

2.8    Entscheidet sich der Fahrgast für eine bündelbare TaxOMobil-Fahrt, ist die spätere Zubuchung weiterer Fahrgäste zulässig. In diesem Fall ist es möglich, dass sich die reguläre Fahrzeit aufgrund von Umwegen zur Aufnahme weiterer Fahrgäste um maximal 15 Minuten verlängert.

2.9    Ein Fahrgast kann sich zu einer, seinem Fahrtwunsch entsprechenden bündelbaren taxOMobil-Fahrt dazu buchen, die vorher von einem anderen Fahrgast bereits angemeldet wurde. Auch in diesem Fall kann sich die reguläre Fahrtzeit aufgrund von Umwegen zur Aufnahme weiterer Fahrgäste um maximal 15 Minuten verlängern.

2.10    Eine neue bündelbare TaxOMobil-Fahrt kann nicht angemeldet werden, wenn bereits eine bündelbare TaxOMobil-Fahrt vorhanden ist, zu der sich der Fahrgast aufgrund seines Fahrtwunsches dazu buchen kann.

2.11    Die tatsächlichen Abfahrts- und Ankunftszeiten werden den Fahrgästen von bündelbaren TaxOMobil-Fahrten erst 60 Minuten vor dem Start einer Fahrt mitgeteilt, da sich diese aufgrund von Bündelungen bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder verschieben können.

3.    Anspruch auf Beförderung

3.1.    Registrierung
 
3.1.1    Die OREG stellt unter www.odenwaldmobil.de ein internetbasiertes Informations- und Buchungssystem (weiter „Buchungsportal“) bereit, das dabei unterstützt, flexible Bedienungsformen des ÖPNV im Verkehrsgebiet der OREG zu nutzen. Das Buchungsportal ist auch als Web-Applikation für mobile Anwendungen auf Smartphone und Tablet-PC mit den Betriebssystemen IOS und Android verfügbar. Die App steht kostenfrei im App-Store zum Download zur Verfügung.

3.1.2    Vor dem Anmelden einer taxOMobil-Fahrt muss ein Fahrgast im Buchungsportal registriert sein. Eine Registrierung ist auch erforderlich, wenn eine RufBus-Fahrt über das Buchungsportal der OREG angemeldet werden soll. Ansonsten können RufBus-Fahrten auch ohne Registrierung über die Mobilitätszentrale angemeldet werden.

3.1.3    Bezüglich der Registrierung gelten die Nutzungsbedingungen für das Informations- und Buchungssystem Odenwaldmobil.de der OREG.

3.2    Anmeldung des Fahrtwunsches

3.2.1    Ein Anspruch auf Beförderung nach § 22 PBefG und § 2 VOAllgBefBed besteht bei den flexiblen Bedienungsformen nur, soweit die Anmeldung des Fahrtwunsches für eine RufBus-Fahrt mindestens eine Stunde vor dem fahrplanmäßigen Abfahrtszeitpunkt und für eine TaxOMobil-Fahrt mindestens eine Stunde vor dem gewünschten Abfahrtszeitpunkt abgeschlossen wurde.

3.2.2    Ein Fahrtwunsch für eine RufBus- oder taxOMobil-Fahrt kann entweder über das Buchungsportal der OREG unter www.odenwaldmobil.de oder telefonisch über die Servicenummer der Mobilitätszentrale (06061 97 99 88) oder durch persönliche Vorsprache in der Mobilitätszentrale der OREG, Hulster Straße 2 (Bahnhofsgebäude) in Michelstadt angemeldet werden. Die Anmeldung von Gruppen größer als acht Personen kann nicht über das Buchungsportal der OREG erfolgen.

3.2.3    Eine Anmeldung für Fahrten mit flexiblen Bedienungsformen kann immer auch für mehrere Personen erfolgen.

3.2.4     taxOmobil-Fahrten, die zwischen 21 Uhr abends und 06 Uhr morgens stattfinden, müssen bis spätestens 20 Uhr am (am Vortag) gebucht sein. Bei Buchungen nach 20 Uhr erhalten Sie im genannten Zeitraum sonst keinen Fahrtvorschlag.
Anmeldungen für RufBus-Fahrten, die im Zeitraum zwischen 5:00 Uhr und 9:00 Uhr stattfinden, müssen am Vortag bis 18.00 Uhr erfolgen.

3.2.5    Anmeldungen für Fahrten, die nach 18 Uhr am gleichen Tag stattfinden, sind unter Beachtung der Anmeldefrist nach Ziff. 3.2.1 bis spätestens 18 Uhr vorzunehmen.

3.2.6    Anmeldungen von Gruppen größer acht Personen müssen mindestens 24 Stunden vor der fahrplanmäßigen Abfahrt stattfinden. Dies gilt auch für Fahrten im regulären Linienverkehr. Die Anmeldung erfolgt über ein entsprechendes Anmeldeformular bei der Mobilitätszentrale. Das Anmeldeformular steht auf der Homepage der OREG unter www.odenwaldmobil.de zum Download zur Verfügung

3.2.7    Die Anmeldung für Fahrten mit flexiblen Bedienungsformen gilt erst dann als abgeschlossen, wenn der Fahrgast eine Bestätigung der Anmeldung erhalten hat bzw. wenn das Beförderungsentgelt vom Kundenkonto abgebucht wurde.

3.2.8    Fahrgäste, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können taxOMobil-Fahrten nur anmelden, die spätestens um 22.00 Uhr beendet sind.

3.3    Anspruch auf Beförderung bei RufBus-Fahrten

3.3.1    Bei RufBus-Fahrten hat der Fahrgast bei den im Fahrplan mit dem Symbol „RufBus“ gekennzeichneten Fahrten einen Anspruch auf Beförderung, sofern die Anmeldung entsprechend Ziff. 3.2 durchgeführt wurde.

3.3.2    Nicht für eine RufBus-Fahrt angemeldete Personen („Spontanfahrer“), die z.B. durch elektronische Haltestellenanzeigen von der Fahrt Kenntnis erlangt haben, werden im Rahmen verfügbarer Platzkapazitäten befördert.

3.3.3    Für RufBus-Fahrten gilt der Haltestellenbezug, d.h. es darf grundsätzlich nur an den durch Zeichen 224 StVO gekennzeichneten Haltestellen ein- und ausgestiegen werden. Auf Fahrgastwunsch ist ein Ausstieg auch im Umkreis von 500 m um eine Haltestelle möglich, soweit die Verkehrsvorschriften dies erlauben (siehe dazu Abschnitt „C“)

3.4    Anspruch auf Beförderung bei taxOMobil-Fahrten

3.4.1    Auf bestimmten Fahrwegrelationen und innerhalb bestimmter Angebotszeiträume besteht das Angebot einer jederzeitigen dynamischen Mobilitätsgarantie durch die Buchbarkeit einer taxOMobil-Fahrt.

3.4.2    Die in die Mobilitätsgarantie einbezogenen Fahrwegrelationen zwischen Ortschaften und Zentren des Odenwaldkreises und der jeweilige Angebotszeitraum auf diesen Relationen können auf der Homepage der OREG unter www.odenwaldmobil.de eingesehen werden. Hierbei können neben den geografischen Zentren zeitweise auch so genannte „Points of Interest“ (POIs) den Zentrumstatus erhalten.

3.4.3    Bei taxOMobil-Fahrten hat der Fahrgast und die von ihm mit angemeldeten Personen im Rahmen der Festlegungen zur Mobilitätsgarantie einen Anspruch auf Beförderung und Zielerreichung, sofern die Anmeldung entsprechend Ziff. 3.2 durchgeführt wurde. Nicht für eine TaxOMobil-Fahrt angemeldete Personen werden nicht befördert.

3.5    Stornierung von Fahrtanmeldungen

3.5.1    Die Anmeldung einer taxOMobil- oder RufBus-Fahrt kann vor Fahrtbeginn wieder storniert werden.

3.5.2    Die Stornierung kann mittels Buchungsportal (siehe hierzu „Nutzungsbedingungen für das Informations- und Buchungssystem Odenwaldmobil.de), per Telefon oder persönlicher Vorsprache bei der Mobilitätszentrale erfolgen.

3.5.3    Im Fall einer Stornierung bis 60 Minuten vor Fahrtbeginn wird das bei der Buchung vom internen Verrechnungskonto des Fahrgastes abgebuchte Beförderungsentgelt wieder zurücküberwiesen. Bei einer späteren Stornierung, erfolgt keine Rückerstattung des Beförderungsentgeltes mehr.

3.5.4    TaxOMobil- und RufBus-Fahrten, die für den Zeitraum zwischen 4:00 Uhr und 6:00 Uhr gebucht wurden, können nur bis spätestens 20:00 Uhr am Vorabend kostenfrei storniert werden.
 

4    Beförderungsentgelte, Fahrausweise

Soweit Beförderungsentgelte von der OREG im Rahmen der Vermittlung von RufBus- oder taxOMobil-Fahrten erhoben werden, geschieht dies treuhänderisch namens und im Auftrag des betriebsdurchführenden Verkehrsunternehmens. Bei dem Beförderungsentgelt handelt es sich um den maßgebenden Fahrpreis nach dem Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Für taxOMobil-Fahrten wird ein Zuschlagstarif nach Kapitel 7 und 8 erhoben.

4.1    Entrichten des Beförderungsentgelts bei RufBus-Fahrten

4.1.1    Bei der Anmeldung einer RufBusfahrt gibt der Fahrgast an, ob er das Beförderungsentgelt für sich und ggf. weitere mitangemeldete Personen mit der Anmeldung oder erst später durch den Kauf einer Fahrkarte im Bus entrichten möchte.

4.1.2    Wenn das Beförderungsentgelt bereits mit Anmeldung der Fahrt entrichtet werden soll, wird dieses von der OREG vom internen Verrechnungskonto des Fahrgastes abgebucht und im Namen und für Rechnung des jeweiligen Verkehrsunternehmens einbehalten.

4.1.3    Steht der notwendige Betrag für das zu entrichtende Beförderungsentgelt auf dem internen Verrechnungskonto nicht zur Verfügung, kann das Konto bei Fahrtanmeldungen über das Buchungsportal über verschiedene Wege aufgeladen werden. Wenn dies nicht erfolgt, kann das Beförderungsentgelt für die RufBus-Fahrt nicht bereits bei der Anmeldung entrichtet werden.

4.1.4    Das Entgelt für den Fahrgast selbst kann auch mittels einer für die angemeldete Fahrt gültigen RMV-Zeitkarte (Wochen-, Monats- oder Jahreskarte des Jedermann- oder Ausbildungstarifs , einschließlich RMV-Semester-Ticket) beglichen werden, die vorher gekauft und bei der OREG bekannt gemacht werden muss.

4.1.5    Ein Fahrgast mit einem vorher bei der OREG bekannt gemachten Schwerbehindertenausweis, der mit einem gültigen Beiblatt versehen ist, und ein ggf. möglicher Begleiter des Schwerbehinderten müssen den RMV-Tarif nicht entrichten.

4.1.6    Soll das Beförderungsentgelt bereits bei der Anmeldung entrichtet werden, muss der Fahrgast gleichzeitig ein Handy-Ticket anfordern, das er dann vor Antritt der Fahrt herunterladen kann und das als Fahrkarte für den RufBus gilt. Hierbei gelten die „Allgemeinen Regelungen zum Kauf von Handy-Tickets in Verbindung mit flexiblen Bedienungsformen“ im Anhang.

4.2    Entrichten des Fahrpreises bei TaxOMobil-Fahrten

4.2.1    Bei taxOMobil-Fahrten besteht der Fahrpreis immer aus dem RMV-Grundtarif und einem Zuschlagstarif (siehe hierzu die Tarifbestimmungen unter Kapitel 7).

4.2.2    Bei der Anmeldung einer TaxOMobil-Fahrt wird der vom Fahrgast für sich und ggf. weiterer mitangemeldeter Personen zu entrichtende Fahrpreis vom internen Verrechnungskonto des Fahrgastes abgebucht und im Namen und für Rechnung des jeweiligen Verkehrsunternehmens einbehalten.

4.2.3    Steht der notwendige Betrag für den zu entrichtenden Fahrpreis auf dem internen Abrechnungskonto nicht zur Verfügung, kann das Konto bei Fahrtanmeldungen über das Buchungsportal über verschiedene Wege aufgeladen werden. Wenn dies nicht erfolgt, kann die taxOMobil-Fahrt nicht angemeldet werden.

4.2.4    Der RMV-Grundtarif für den Fahrgast selbst kann auch mittels einer für die angemeldete Fahrt gültigen RMV-Zeitkarte beglichen werden, die vorher gekauft und bei der OREG bekannt gemacht werden muss.

4.2.5    Ein Fahrgast mit einem vorher bei der OREG bekannt gemachten Schwerbehindertenausweis, der mit einem gültigen Beiblatt versehen ist, und ein ggf. möglicher Begleiter müssen den Grundtarif nicht entrichten. Sie bleiben allerdings zur Zahlung des Zuschlagstarifs verpflichtet (s. Kapitel 7.8).

4.2.6    Bei einer reinen taxOMobil-Fahrt, bei der kein Umstieg auf weiterführende Bus- oder Schienenverkehrsmittel erfolgt, werden keine Fahrkarten an die Fahrgäste ausgegeben, da der Fahrer des Fahrzeugs die Namen der anmeldenden Fahrgäste vor Fahrtantritt übermittelt bekommt. Zur Legitimation des Fahrgastes reichen dann seine vom Buchungsportal übermittelte Buchungsbestätigung und die Kundenkarte.

4.2.7    Bei TaxOMobil-Fahrten können auch die RMV-Grundtarife für konventionelle Linienfahrten, RufBus-Fahrten oder Schienenverkehrsmittel des Verbundverkehrs im Vor- oder Nachlauf zu der TaxOMobil-Fahrt über das interne Verrechnungskonto des Fahrgastes mit abgerechnet und deren Zahlung mittels Handy-Ticket nachgewiesen werden. Hierbei gelten die „Allgemeinen Regelungen zum Kauf von Handy-Tickets in Verbindung mit flexiblen Bedienungsformen und Mitnahmefahrten“ im Anhang.

5    Beförderung von Sachen

5.1    Grundsätzlich werden auch bei flexiblen Bedienungsformen Sachen kostenlos mitbefördert. Dazu gehören Gepäck, zusammenklappbare Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen sowie Tiere.

5.2    Die Mitnahme von Sachen ist bei der Fahrtbuchung anzugeben.

5.3    Die Mitnahme von nicht zusammenklappbaren Fahrrädern richtet sich nach den Reglungen in Abschnitt „B“

5.4    Soll die Beförderung mit einem nicht zusammenklappbaren Rollstuhl angemeldet werden, muss die Anmeldung mindestens bis zu 5 Stunden vor der gewünschten Fahrzeit erfolgen.

6    Übermittlung von Fahrtinformationen bei TaxOMobil-Fahrten

6.1    Der Fahrgast wird 60 Minuten vor Beginn einer TaxOMobil-Fahrt über einen vom ihm bestimmten Kommunikationskanal (E-Mail oder Systemnachricht in der App oder beides) über die anstehende Fahrt informiert. Bei bündelbaren TaxOMobil-Fahrten erhält er hierbei auch die Information über den tatsächlich zu zahlenden Zuschlagstarif, da dieser sich bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund steigender Rabatte durch Zubuchungen noch verringern könnte.

6.2    Hat ein Fahrgast keinen Kommunikationskanal bestimmt und können ihm die nötigen Fahrtinformationen nicht automatisch mitgeteilt werden, hat er die Möglichkeit, sich die Informationen durch einen Anruf bei der Mobilitätszentrale zu besorgen.

6.3    Der Fahrgast kontrolliert die erhaltenen Fahrtinformationen. Versteht er diese nicht, hat er die Möglichkeit, bei der Mobilitätszentrale der OREG nachzufragen. Der Fahrgast begibt sich frühzeitig an die vorgesehene Abfahrtsstelle, so dass er dort spätestens zum Beförderungszeitpunkt bereitsteht.

7    Tarifbestimmungen

7.1    Für RufBus- und taxOMobil-Fahrten gelten die RMV-Tarifbestimmungen auch hinsichtlich des zu entrichtenden Fahrpreises und der Preisermittlungsregeln, soweit die nachstehenden Bestimmungen keine abweichenden Regelungen vorsehen.

7.2    Bei RufBus-Fahrten zahlt der buchende Fahrgast für sich und jede weitere mit angemeldete Person den RMV-Grundtarif.

7.3    Bei taxOMobil-Fahrten zahlt der buchende Fahrgast für sich und jede weitere mit angemeldete Person den RMV-Grundtarif und einen nach Reiseweitenklassen gestaffelten Zuschlagstarif, im Folgenden insgesamt „Fahrpreis“ genannt. Die Reiseweitenklassen und der gültige Zuschlagstarif sind unter www.odenwaldmobil.de veröffentlicht. TaxOMobil-Fahrten mit mehr als 8 Personen, können nur mittels entsprechenden Anmeldeformulars über die Mobilitätszentrale angemeldet werden. Für solche Gruppen wird der Zuschlagstarif dann individuell vom Agenten in der Zentrale bestimmt.

7.4    Der Zuschlagstarif ist nicht abhängig von der jeweils eingesetzten Fahrzeugkategorie (Pkw, Kleinbus, Minivan).

7.5    Der Zuschlagstarif ist nicht abhängig vom Grundtarif; er gilt also einheitlich für alle Fahrkartenarten des Grundtarifs.

7.6    Erwachsene und Kinder zahlen denselben Zuschlagstarif.

7.7    Schüler und Auszubildende zahlen den vollen Zuschlagstarif, da die Schülerzeitkarte bereits subventioniert ist.

7.8    Schwerbehinderte Personen und ihre etwaige Begleitperson zahlen ebenfalls den vollen Zuschlagstarif, da der Schwerbehindertenausweis nach § 145 SGB IX in Verbindung mit einer gültigen Wertmarke nur für den Grundtarif gilt.

7.9    Der bei bündelbaren TaxOMobil-Fahrten anfallende Zuschlagtarif für den buchenden Fahrgast kann von einem oder mehreren Sponsoren bezuschusst werden. Darüber wird der Fahrgast informiert.

7.10    Zur Berechnung des RMV-Grundtarifs kann für jede mitfahrende Person angegeben werden, ob es sich dabei um
•    eine Person ab 15 Jahren oder
•    um ein Kind zwischen 6 und einschl. 14 Jahren oder
•    um ein Kind jünger als 6 Jahre
handelt.

7.11    Für Kinder unter 6 Jahren ist bei einer TaxOMobil-Fahrt in Begleitung des buchenden Fahrgastes im Sinne von Nr. 2.1 der RMV-Tarifbestimmungen kein Grundtarif zu entrichten. Die Begleitperson zahlt den normalen Fahrpreis.

7.12    Soweit eine für die gewünschte Fahrtrelation räumlich und zeitlich gültige RMV Wochen-, Monats- und Jahreskarte des Jedermann- und Ausbildungstarifs im Buchungssystem hinterlegt ist, ist damit der RMV-Grundtarif abgegolten. Als Fahrpreis zu entrichten ist dann nur noch der maßgebende Zuschlagstarif.

7.13    Bei Zeitkarteninhabern erhebt die OREG eine pauschale Vermittlungsgebühr in Höhe von 0,50 € je Buchung.

8.    Rabatte bei TaxOMobil-Fahrten

8.1    Bei exklusiven TaxOMobil-Fahrten werden keine Frühbucher- oder Nutzungsrabatte auf den Zuschlagtarif eingeräumt.

8.2    Bei bündelbaren TaxOMobil-Fahrten sind zwei Rabattarten vorgesehen: der Frühbucherrabatt und der Nutzungsrabatt. Die verschiedenen Rabatte ergeben einen Gesamtrabatt (z.B. Frühbucherrabatt 20 % plus Nutzungsrabatt 50 % ergeben einen Rabatt von 70 %.), der vom vollen Zuschlagstarif abgezogen wird.

8.3    Der Frühbucherrabatt erfolgt nach einem zeitabhängigen Faktor. Er bezieht sich auf den Zeitpunkt der Buchung in Relation zu dem Startzeitpunkt der Fahrt:

Zeitpunkt der Buchung    Höhe des Frühbucherrabatts
länger als 5 Tage vor dem Startzeitpunkt der Fahrt    30 %
im Zeitraum zwischen einem und 5 Tage vor dem Startzeitpunkt der Fahrt     20    %

8.4    Wenn der Zeitpunkt der Buchung weniger als 24 Stunden vor dem Startzeitpunkt der Fahrt liegt, wird kein Frühbucherrabatt gewährt.

8.5    Wenn ein Fahrgast für sich alleine bucht (keine weitere Person wird mit angemeldet), und die TaxOMobil-Fahrt mit einer bereits vorhandenen TaxOMobil-Fahrt gebündelt werden kann, erhält der buchende Fahrgast den Nutzungsrabatt von 20 % eingeräumt.

8.6    Wenn ein Fahrgast außer sich selbst noch eine weitere Person mit anmeldet, erhält er auf den Zuschlagstarif, den er für sich und die weitere Person zahlen muss, auch den Nutzungsrabatt von 20 % gutgeschrieben. Wenn er außer sich selbst zwei weitere Personen mit anmeldet, wird ein Nutzungsrabatt von 30 %, bei drei weiteren Personen von 40 % und  ab vier weiteren Personen bis zu 50 % gewährt.

8.7    Ein Fahrgast, der die TaxOMobil-Fahrt bereits vorher für sich alleine gebucht hatte, erhält bei Zubuchung weiterer Fahrgäste den Nutzungsrabatt nach Ziffer 8.1.6 auf sein internes Verrechnungskonto zurückerstattet.

B.    Besondere Beförderungsbedingungen für die Fahrradmitnahme

1.    Bei den als „RufBus“ mit dem Symbol gekennzeichneten Fahrten ist Voraussetzung, dass die Fahrradmitnahme mit der Bestellung angemeldet wurde. Aufgrund der für „RufBus“-Fahrten regelmäßig eingesetzten Beförderungsmittel (Kleinbus) ist die Mitnahme auf 3 Fahrräder begrenzt. Eine spontane Mitnahme von Fahrrädern kann nicht erfolgen.

2.    Bei TaxOMobil-Fahrten ist die Möglichkeit der Fahrradmitnahme grundsätzlich nicht vorgesehen und im Einzelfall über die Mobilitätszentrale zu erfragen.

3.    Im übrigen Linienverkehr entscheidet das Verkehrsunternehmen bzw. das Fahrpersonal nach den Umständen des Einzelfalls, ob eine Fahrradmitnahme erfolgen kann:

•    grundsätzlich ausgeschlossen ist die Fahrradmitnahme in den Spitzenzeiten des Schülerverkehrs von 6 – 8 Uhr und 11 – 16 Uhr.

•    auch außerhalb der Spitzenzeiten des Schülerverkehrs müssen sich größere Gruppen (mit mehr als 5 Fahrrädern) grundsätzlich anmelden. Die Anmeldung erfolgt bei der Mobilitätszentrale oder direkt beim Verkehrsunternehmen. Für die Anmeldung steht auf der Homepage der OREG unter www.odenwaldmobil.de ein entsprechendes Anmeldeformular zum Download zur Verfügung.

•    Keine Anmeldepflicht für die Mitnahme von Fahrrädern besteht grundsätzlich in den besonders für die Fahrradmitnahme ausgestatteten Fahrzeugen der Freizeitlinien „NatourBus“ Linie 40 N und 50 N.

4.    Es gelten für die Fahrradmitnahme folgende allgemeine Regelungen:

•    Eine Haftung des Verkehrsunternehmens für Schäden, die im Rahmen der Beförderung oder beim Be- und Entladen am Fahrrad entstehen oder durch dieses verursacht werden, ist ausgeschlossen. Dies gilt nicht für vorsätzlich oder groß fahrlässig herbeigeführte Schäden.

•    Der Fahrgast ist selbst dafür verantwortlich, dass das mitgebrachte Fahrrad so verstaut oder abgestellt wird, dass es keine erhöhte Betriebsgefahr bedeutet. Den Anweisungen des Fahrpersonals ist Folge zu leisten.

C.    Besondere Beförderungsbedingungen für den Ausstieg außerhalb von Haltestellen

1.    Bei den als „RufBus“ mit dem Symbol gekennzeichneten Fahrten ist grundsätzlich ein Ausstieg im Umkreis von 500 m um die fahrplanmäßige Zielhaltestelle genehmigt, soweit die Verkehrsvorschriften und die Verkehrslage dies zulässt.

2.    Bei Innerortslinien ist das Aussteigen der Fahrgäste außerhalb von gekennzeichneten Haltestellen unter folgenden Auflagen gestattet

•    Es ist sicherzustellen, dass der Fahrgast den Halte- und Aussteigewunsch direkt dem Fahrer mitteilt.
•    Das Aussteigen ist nur an der 1. Tür möglich, damit seitens des Fahrers die Aussteigesituation überschaubar bleibt.
•    Bei Risikowetter (z.B. Eis, Schnee) ist das Aussteigen außerhalb von Haltestellen nicht gestattet.
•    Beim Anhalte- und Aussteigevorgang dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Neben der besonderen Beachtung des übrigen Verkehrs hat sich der Busfahrer wie folgt zu verhalten:
-    vor dem Halt rechtzeitiges Betätigen der Warnblinkanlage
-    während des Aufenthalts am rechten Bordsteinrand weiterblinken
-    vor der Abfahrt frühzeitig Fahrtrichtungsanzeiger links betätigen und vorfahrtberechtigten Verkehr beachten
•    Auf Straßenabschnitten mit Halteverbot (Zeichen 283 StVO) ist kein Bedarfshalt zulässig. Dies gilt nicht in den Bereichen, wo die Anfahrt des rechten Bordsteinrandes nicht notwendig ist. Ein Aussteigen unmittelbar in den fließenden Verkehr ist aus Gründen der Verkehrssicherheit verboten.
•    Auf Busspuren (Zeichen 245 StVO) ist ein Bedarfshalt ebenfalls unzulässig.
•    Dem Haltewunsch eines Fahrgastes darf nur dann entsprochen werden, wenn die Entfernung zwischen zwei Haltestellen mehr als 200 m beträgt.
•    Bei deutlichen Verzögerungen in der Einhaltung des Fahrplans sind entsprechende Zwischenstopps zu vermeiden.

3.    Bei taxOMobil-Fahrten erfolgt grundsätzlich eine adressgenaue Bedienung („von Haustür zu Haustür“)

D.    Besondere Beförderungsbedingungen für den Fall von Betriebsstörungen („Fahrtzielgarantie“)

1.    Im Falle einer Störung der Beförderungsleistung, die in der Verantwortung des jeweiligen Beförderungsdienstleisters liegt, wird das Erreichen des Fahrtziels von der OREG in angemessener Zeit sichergestellt (Fahrtzielgarantie).

2.    Die Fahrtzielgarantie gilt bei allen eingesetzten Beförderungsmitteln des Linienverkehrs, auch bei flexible Bedienungsformen (RufBus- und taxOMobil-Fahrten)

2.    Als angemessen gilt eine Weiterbeförderung innerhalb von 30 Minuten nach Mitteilung der Störung durch den Fahrgast an die Servicenummer der OREG unter 06061 / 97 99 66.

3.    Als Störung der Beförderungsleistung gilt ein Ausfall oder eine Verspätung von mehr als 15 Minuten einer flexiblen Bedienungsform, soweit diese von dem die Beförderung durchführenden Verkehrsunternehmen zu vertreten ist.

4.    Die Fahrtzielgarantie wird durch die Bereitstellung einer für den Fahrgast kostenfreien Ersatzbeförderung. Voraussetzung hierfür ist, dass der Fahrgast die Störung der Beförderungsleistung unverzüglich nach deren Eintritt über die Servicenummer der OREG reklamiert. Die Ersatzbeförderung erfolgt zur Fahrtzielerreichung innerhalb der Binnengrenzen des Odenwaldkreises, maximal zur Erreichung der Bahnstationen in Eberbach, Fürth oder Reinheim. Nicht eingeschlossen ist die garantierte Erreichung über das Liniennetz des Odenwaldkreises hinausgehender Verbindungen oder terminlicher Verpflichtungen. Damit zusammenhängende Schadensersatzansprüche werden ausgeschlossen, ebenso die Haftung für bereits erworbene Fahrscheine für z.B. fest gebuchte Anschlusszüge.

5.    Erfolgt im Falle einer Störung der Beförderungsleistung trotz unverzüglicher Reklamation seitens des Fahrgastes keine Ersatzbeförderung, hat der Fahrgast einen Anspruch gegen die OREG auf Erstattung eines Betrags in der 1,5-fachen Höhe des Beförderungsentgelts. Die Erstattung erfolgt nur, wenn der Fahrgast seinen Erstattungsanspruch unter Nennung der Störung der Beförderungsleistung bei der OREG geltend macht. Die Regularien der Erstattung sind der Homepage der OREG unter www.odenwaldmobil.de zu entnehmen. Die Geltendmachung von darüberhinausgehenden Schadensersatzansprüchen ist ausgeschlossen.

Aktuelle Störungen auf Linien:
Bus 22
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